Kind im Karete-Anzug am Meer
Juli 24, 2017

Europäischen Banken fehlt es an Digital Leadership

Voll automatisierte und ortsungebundene Online-Filialen, individuelle Beratungsgespräche per Video-Live-Chat, künstlich intelligente Avatare als persönliche Ansprechpartner: längst hat die digitale Revolution den Finanzsektor durchdrungen und neben einer Vielzahl an neuen Akteuren ein breites Spektrum an Innovationen hervorgebracht. Mit dem Ergebnis, dass digitale Zahlungsverkehrslösungen, hochentwickelte Finanzsoftware und zeitgemäßes Online-Banking kaum noch aus der Branche wegzudenken sind. Doch wer den Finger am Puls der Zeit behalten möchte, darf jetzt nicht langsamer werden, sondern muss durchaus versuchen, auf der digitalen Rennbahn konstanten Innovationsstrebens noch schneller zu sprinten. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung zeb hat allerdings ergeben, dass es Banken aktuell noch an Digital Leadern fehlt. Die IT-Spezialisten von PRO-DIRECT-FINANCE aus Berlin bestätigen die Studienergebnisse.

Das größte deutsche Kreditinstitut, die Deutsche Bank, hat angekündigt, 200 seiner 700 Filialen zu schließen, um mit den Einsparungen auch seine digitale Transformation voranzutreiben. Bis 2020 sollen dafür rund 750 Millionen Euro investiert werden. Auch wenn die Investitionsbereitschaft allgemein sehr hoch ist, erfolgt die Eingliederung innovativer Ansätze nur äußerst schleppend. Für traditionelle Kreditinstitute birgt die mangelnde Innovationsgeschwindigkeit ein erhöhtes Gefahrenpotential, denn Fintech-Anbieter haben die Überholjagd längst aufgenommen. PayPal, Google Wallet und Co. drohen mit ihren mobilen Bezahlsystem den Banken im Zahlungsverkehr ein für alle Mal den Rang abzulaufen. Doch wie können die Banken angesichts der wachsenden Konkurrenz jetzt überhaupt noch Fahrt aufnehmen?

Eine mögliche Antwort liefern nun die Ergebnisse der jüngsten zeb-Studie über den Stand der Digitalisierung in Kernregionen des europäischen Bankensektors. Die Unternehmensberater aus Münster kommen zu dem Fazit, dass es in der europäischen Bankenlandschaft am notwendigen Digital Leadership mangelt, um die Digitalisierung der eigenen Geschäftsmodelle konsequent voranzutreiben. Entsprechend hoch ist der Bedarf an digitalen Führungskräften, die mit dem erforderlichen Mindset ausgestattet, umfassende Digitalisierungsstrategien entwickeln und dafür Sorge tragen, dass diese auch systematisch durchgeführt werden.

Andere Branchen machen es vor und zeigen, wie die digitale Transformation mithilfe des Pioniergeistes digitaler Vordenker möglich ist. Ein erfolgreiches Beispiel bildet die Lufthansa Innovation Hub GmbH mit der Entwicklung der Lufthansa Open API, einer offenen Schnittstelle, die es Dritten ermöglicht, standardisierte Daten der Lufthansa Group in ihren eigenen Anwendungen zu integrieren und dergestalt universell abrufbar zu machen. In Hinblick auf die reine Datenfülle eine richtungsweisende Entwicklung, für welche die Lufthansa Innovation Hub GmbH am 29. Juni in Berlin bei den Digital Leader Awards 2017 in der Kategorie Create Impact ausgezeichnet wurde.

„Offene IT Strukturen und Schnittstellen würden es auch Banken ermöglichen, die innovativen Bestandteile am Markt sinnvoll und wettbewerbsfähig einsetzen und nutzen zu können. Aber hier hält man aktuell noch an abgekapselten, teilweise eigenentwickelten IT-Systemen in Rechenzentren der Banken oder in Banken selbst, fest. Ein Privileg aus alten Zeiten, in der die IT noch nicht den Wettbewerbsvorteil und Informationskanäle nicht die Geschwindigkeit darstellen mussten,“ so Natalie Gude Losada, Geschäftsführerin der PRO-DIRECT-FINANCE GmbH, dem führenden Anbieter von Software für Immobilienfinanzierung. Dabei sind die Sicherheitsvorkehrungen und -standards moderner IT-Unternehmen längst ausgereift und werden der Revision und Sicherheit einer Bank gerecht. Gefahren bergen eher alte Systeme, welche weder wettbewerbsfähig sind, noch eine moderne Architektur aufweisen.

Neben dem notwendigen digitalen Know-how darf es dem Digital Leader vor allem an zweierlei nicht fehlen: Kreativität und Mut. Das weiß auch Gude Losada: „Mit der Digitalisierung Schritt halten zu wollen, bedeutet zugleich auch, bereit zu sein, alte Strukturen aufzubrechen und neuen digitalen Innovationen gegenüber stets aufgeschlossen zu sein. Das ist kein einmaliger Prozess. Neue Arbeitsmethoden müssen flächendeckend und konsequent in das Geschäftsmodell eingebunden werden und sollten nicht in der Experimentierphase verbleiben.“ Erst dann kann es auch gelingen, neue Entwicklungen, die mit dem technischen Fortschritt einhergehen, erfolgreich in das bisherige Geschäftsmodell zu implementieren. Doch noch fehlt den Banken der nötige Impuls und die richtigen Treiber mit offener Denkweise, um ihre klassischen Strukturen durch agile Alternativen zu ersetzen, auch wenn ihnen die Erfordernis einer digitalen Umrüstung längst bewusst ist.

Die Implementierung von Systemen künstlicher Intelligenz schafft beispielsweise einen erheblichen Mehrwert: ein steigender Automatisierungsgrad von Abläufen führt zu frei werdenden Ressourcen, welche wiederum reinvestiert werden können, um zentrale Erfolgsfaktoren wie Transparenz, Schnelligkeit, Anpassungsfähigkeit, Innovationsgeschwindigkeit und Kundenbetreuung zu verbessern. Angesichts des zunehmenden Kräftemessens im Bankensektor, kann dies der entscheidende Schachzug sein, um sich in diesen Zeiten digitalen Aufschwungs einen Wettbewerbsvorteil zu sichern.

„Wir stehen im Wandel: wir leben und arbeiten anders, als noch vor einigen Jahren. Der gesamte Markt in anderen Branchen hat sich verändert. Nostalgie ist jetzt im Bereich der IT absolut fehl am Platz“, so Gude Losada.

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