Schnecke
März 9, 2015

pwc-Studie: Kreditprozesse in der Baufinanzierung dauern zu lange

Menschen, die in Deutschland einen Kredit beantragen, warten immer noch zu lange auf eine Entscheidung. Kreditinstituten ist es trotz verbesserter Prozesse nicht gelungen, die Durchlaufzeiten spürbar zu verringern. Das ist eine der Kernaussagen einer aktuellen Umfrage, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (pwc) durchgeführt hat. Eine Lösung zur nachhaltigen Verkürzung der Wartezeiten sind ganzheitliche IT-Lösungen, die zeitintensive Prozesse sicher und schnell automatisieren.

Die Folgen des wirtschaftlichen Erdbebens durch die Finanzkrise im Jahr 2008 sind immer noch deutlich zu spüren: Zusätzlich eingeführte Kontroll- und Sicherheitsmaßnahmen verlangsamen den Kreditprozess und führen auf der Kundenseite zu unnötig langen Wartezeiten. Trotz des hart umkämpften Wettbewerbs im Kreditgeschäft ist die Prozesseffizient kein Kernanliegen der Kreditanbieter.

Trotz verbesserter Prozesse: Bearbeitungszeiträume gestiegen

Die Folgen dieser Entwicklung macht die neueste pwc-Umfrage „Effizienz der Kreditprozesse in deutschen Kreditinstituten“[1] deutlich: Die Bearbeitungszeiträume (Die Zeit, die ein Mitarbeiter mit einem Fall beschäftigt ist) für eine Kreditvergabe haben sich in den vergangenen Jahren verlängert. Im Bereich der Baufinanzierung schafften es vor sieben Jahren noch 65 Prozent der Befragten, einen Kreditantrag innerhalb von fünf Stunden zu bearbeiten, 2012 sogar 78 Prozent. Aktuell sind es nur noch 43 Prozent.

Die Umfrage ergab zudem, dass die langen Bearbeitungszeiten unter anderem darauf zurückzuführen sind, dass Kreditanträge häufig lange unbearbeitet liegen bleiben, zu lange transportiert werden oder ins Stocken geraten, weil die Aufgaben der Sachbearbeiter unklar verteilt sind.

„Es fehlt an den richtigen Lösungen“

Ebenfalls kritisch schätzen die Analysten von pwc die Diskrepanz zwischen Bearbeitungs- und Durchlaufzeit ein. Diese seien zwar verkürzt, aber immer noch zu hoch. Trotz verbesserter Prozesse und Technologien sei es immer noch nicht gelungen, die Wartezeit für Kunden spürbar zu reduzieren. Dabei ist das Potenzial groß: Denn laut Studie können Banken durch eine erhöhte Prozessgeschwindigkeit in wettbewerbsstarken Märkten eine Vervielfachung des Darlehensvolumens im Neukundengeschäft verzeichnen.

„Offenbar fehlt es an den richtigen Lösungen, denn die Umfrage besagt, dass die Mehrheit der Befragten ja bereits Maßnahmen zur Prozessoptimierung umgesetzt haben“, so Natalie Gude Losada, Geschäftsführerin der PRO-DIRECT-FINANCE. Ihr IT-Unternehmen ist auf die Entwicklung ganzheitlicher Software für Kreditvergabeprozesse spezialisiert.  „Wichtig ist es, nicht nur auf vereinzelten Inseln zu optimieren, sondern einen integrativen Ansatz zu fahren. Mit der Unterstützung umfassender IT- und Workflowsysteme sind dann deutlich kürzere Zeiten möglich.“

Laut Gude Losada binden insbesondere juristische Fragestellungen einen großen Anteil der Ressourcen von Banken. Das führt zu einer Mehrbelastung der Mitarbeiter und schließlich zu einer verlangsamten Kreditvergabe: „Intelligente IT-Lösungen können juristische Fragestellungen und notwendige Dokumentationen durch vollautomatisierte Algorithmen erzeugen und bearbeiten, ohne dass der Kreditvergabe-Prozess an Geschwindigkeit verliert.“ Gesetzliche Auflagen und Sicherheitsstandards werden automatisch eingehalten, durch Schnittstellen optimiert und lange Arbeitswege verkürzt.

Industrialisierung, Zentralisierung und Outsourcing keine Garanten für schnellere Kreditprozesse

Zudem zeigen die Studienergebnisse: Die Trend-Themen Industrialisierung, Outsourcing und Zentralisierung sind nicht so vielversprechend, wie in der Branche bislang angenommen. Die Umfrage weist beispielsweise im Vergleich zum Jahr 2012 rückläufige Zahlen bei der Industrialisierungsrate der Baufinanzierer auf. Als industrialisiert gelten Banken, in denen einzelne Mitarbeiter nur teilspezifische Aufgaben im Kreditprozess übernehmen. Einen automatischen Effizienzgewinn erreichen Banken auch nicht durch die Zentralisierung der Geschäftsabläufe. Die Studie zeigt außerdem, dass Finanzinstitute keine kürzeren Bearbeitungszeiten aufweisen, die eine Outsourcingerfahrung vorweisen.

Hintergrund

Die pwc Studie zum Thema Effizienz in Kreditprozessen wurde im Jahr 2015 zum dritten Mal durchgeführt. Bereits 2008 und 2012 erforschte das Unternehmen Trends und Herausforderungen in der Kreditbranche. 36 deutsche Kreditinstitute, größtenteils aus dem Retail-Bereich, wurden zum Thema Effizienz ihrer Kreditprozesse befragt. Im Fokus standen dabei Konsumenten- und Baufinanzierungskredite.

 

[1] PWC-Studie „Effizienz der Kreditprozesse in deutschen Kreditinstituten“, 2015, abrufbar unter: http://www.pwc.de/de_DE/de/finanzdienstleistungen/banken/assets/pwc_effizienz-der-kreditprozesse-in-deutschen-kreditinstituten_2015.pdf. Zuletzt abgerufen am 23.04.2015.

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